Am 03. Oktober 2020 wurde der dreißigste Tag der deutschen Einheit gefeiert. Als Kinder der 1990er Jahre haben wir die DDR und ihre Grenze selbst nie erlebt und kennen sie nur aus Erzählungen und der Literatur. Deswegen haben wir das Jubiläum zum Anlass genommen und einen Roadtrip entlang der ehemaligen Grenze gestartet. Was ist heute noch übrig von den Grenzanlagen, die Deutschland, Europa und sogar die ganze Welt in Ost und West geteilt haben? Wie sah die Grenzsicherung damals aus und was hat sie für die Menschen bedeutet? Wir nehmen euch mit auf einen mehr als 1.300 Kilometer langen Roadtrip vom westlichsten Punkt der DDR bis an die Ostsee!

Kickstart in die Vergangenheit

Die erste Etappe unserer Reise führt uns von Kassel nach Hünfeld bei Fulda. Als wir am späten Vormittag starten sind wir alle ein bisschen nervös, weil wir bis zur Abfahrt noch keine Probefahrt ohne Pannen überstanden haben. Die Probleme waren selbst am Vorabend der Reise noch nicht alle behoben, weshalb wir noch bis 22 Uhr an der schwarz-weißen Simson schrauben mussten.

Völlig unerwartet verläuft die Fahrt nach Hünfeld jedoch problemlos – fast schon unspektakulär. Nicht nur die Mopeds halten gut durch, sondern auch die Navigation funktioniert, das Gepäck ist gut gesichert und die Strecke ist nicht zu weit. Gegen Nachmittag erreichen wir daher unser Ziel und machen noch eine Wanderung zum Aussichtspunkt Via Regia. Hier wird uns zum ersten mal klar, dass wir uns mitten im Fulda Gap befinden: Wenn der Kalte Krieg heiß geworden, hätte er wahrscheinlich genau hier stattgefunden und die gesamte Region wäre heute eine radioaktive Wüste.

Mit diesem Vorgeschmack starten wir am nächsten Tag unsere Reise entlang der Grenze, bei der wir viel über die innerdeutsche Teilung, das brutale Grenzregime der DDR sowie das Leben im Sperrgebiet erfahren. Die Videos hierzu findet ihr unten und in der Playlist. Hoffentlich können wir euch damit einige interessante Eindrücke vermitteln.

Fazit unserer Reise