Auf nach Süden!

Drei Schwalben und eine S50 fliegen in den Süden und begeben sich auf die Spuren der innerdeutschen Grenze, der DDR und erfahren Geschichten rund um die Wiedervereinigung.

Titelbild: Auf nach Süden
Titelbild: Auf nach Süden | © L. Neurath

In „Auf nach Süden!“ schwingen sich Silvio, Chavier, Lulu und Konrad erneut auf die Simsons und erkunden die ehemalige innerdeutsche Grenze. Von Point Alpha geht es dieses mal bis zum Dreiländereck zwischen Bayern, Sachsen und Tschechien. Ähnlich wie beim Roadtrip an die Grenze gibt es hier nämlich viel über die innerdeutsche Grenze zu lernen und zu entdecken, wie z.B. den kleinen Ort Mödlareuth, der direkt auf der Grenze lag und ähnlich wie Berlin durch eine Mauer in Ost und West geteilt war. Zudem liegen zahlreiche geschleifte Orte und Grenzdenkmäler auf der Route, die viele interessante Geschichten über die deutsche Teilung erzählen.

Mit 3,5 PS durch das Schiefergebirge

Gleichzeitig wird es aber auch bergig. Richtig bergig! Die Grenze verlief südlich vom Point Alpha nämlich fast durchgängig durch die Rhön und den Thüringer Wald, mitten durch das Schiefergebirge. Auf der Suche nach historischen Orten rund um das Sperrgebiet müssen die Simsons daher zahlreiche Anstiege bewältigen. Aber 50ccm Hubraum und rund 3,5 PS sollten für solche Berge doch sicherlich genug sein, oder? Schließlich liegt auch Suhl mitten in den Bergen, wo die Simsons vor mehr als 40 Jahren produziert wurden.

Wo wir gerade bei Suhl sind: Für uns wird es höchste Zeit uns einmal kritisch mit der Geschichte der Firma Simson auseinander zu setzen. Auch wenn die Mopeds heute zu einem regelrechten Kultobjekt avanciert sind, sollte die bewegte Firmengeschichte nicht vergessen werden. Denn schon das Typenschild mit der Aufschrift „IFA-Kombinat. VEB Fahrzeug- u. Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann Suhl“ lässt einen stutzig werden: Was haben die freundlichen Mopeds mit Jagdwaffen zu tun? Wer ist Ernst Thälmann? Und was hat das ganze eigentlich mitder Firma Simson zu tun?

#1 Bis an die Grenze 🚀

Das Ebenteuer startet Im Sommer 2021. Unser Ziel: die tschechische Grenze! Begleitet uns auf unserem Roadtrip in die Vergangenheit, bei dem wir viele spannende Orte der deutschen Teilung erkunden und interessante Personen kennenlernen.

#2 Geschleifte Orte 🚀

Die zweite Etappe startet im Grenzgebiet bei Heringen an der Werra und diskutiert die Frage, was die deutsche Teilung eigentlich für den Kalibergbau in der Region bedeutet hat. Außerdem begeben wir uns auf die Suche Orten, die wegen ihrer Grenznähe von der DDR vollständig abgebaut wurden.

#3 Die Simson Story 🚀

Mittlerweile haben wir mit unseren Simsons schon eine ganze Menge erlebt. Immerhin sind wir damit einmal quer durch Deutschland bis an die Ostsee gefahren und haben dabei viel über die innerdeutsche Grenze und die #DDR gelernt. Eine Frage haben wir aber bislang ausgelassen: Was hat es eigentlich mit der Firma Simson auf sich und warum gibt es sie heute nicht mehr?

#4 Das blaue Gold 🚀

Wir machen uns auf ins Schiefergebirge und sprechen in Lehesten mit einem ehemaligen Bergmann darüber, was die innerdeutsche Grenze für den Schieferbergbau in der Region bedeutet hat. Der Ort lag nämlich mitten im #Sperrgebiet, was zu einer ziemlich außergewöhnlichen Situation für die Bergleute geführt hat.

#5 Little Berlin 🚀

Während des Kalten Kriegs war nicht nur Berlin in Ost und West geteilt, sondern auch der winzige Ort Mödlareuth, der sich genau auf der Grenze zwischen Thüringen und Bayern befindet. Daher wurde der Ort als „little Berlin“ bekannt. Das müssen wir uns natürlich aus der Nähe anschauen!

#6 NS-Gedenken in der DDR

Beim Besuch der KZ-Gedenkstätte Laura gehen wir der Frage nach, wodurch sich die Erinnerungskultur an das NS-Regime in DDR und der Bundesrepublik unterschieden haben. Außerdem erfahren wir, dass die spannende Geschichte über die Entstehung der Gedenkstätte vor allem auf Engagement einer Schulklasse zurückgeht.

#7 Die Stasi 🚀

„Die DDR war ein Unrechtsstaat“. Diese Aussage taucht immer wieder auf, wenn es um das Thema SED und das Ministerium für Staatssicherheit geht. Auf der letzten Etappe unserer Reise entlang der Grenze wollten wir es daher etwas genauer wissen und haben recherchiert, was die Stasi eigentlich war.

Fazit

Als wir das Abenteuer im Sommer 2021 gestartet haben, war die deutsche Teilung und der Kalte Krieg für uns unendlich weit weg und der Systemkonflikt zwischen Ost und West schien längst überwunden. Mit dem brutalen Angriff Russlands auf die Ukraine ist der Konflikt allerdings zurückgekehrt und auch alte Argumentationsmuster aus dem Kalten Krieg haben wieder Konjunktur. Mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung scheint die Welt dadurch erneut in Ost und West geteilt zu sein.

Diese furchtbaren Entwicklungen zeigen, wieso es so wichtig ist sich immer wieder aufs Neue für Freiheit, Recht und Demokratie einzusetzen. Dafür ist auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowie die Aufarbeitung von vergangenem Unrecht unerlässlich, um der Bildung von Mythen entgegenzuwirken und Extremismus vorzubeugen. Hierzu wollten wir einen Beitrag leisten, indem wir eine jüngere Zielgruppe darauf aufmerksam machen, was die SED-Diktatur und die Grenze für die Menschen tatsächlich bedeutet hat.

Besonders erfreut hat uns daher, dass das Video zur Firmengeschichte von Simson bereits in den ersten Tagen auf so viel Zuspruch gestoßen ist: Denn nach wie vor ist eine Simson für viele das erste motorisierte Fahrzeug und um die Mopeds hat sich in den Sozialen Medien ein regelrechter Lifestyle entwickelt. Die bewegte Firmengeschichte spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle und wurde bislang kaum thematisiert.