La línea de la concepcion

La línea de la concepcion

Die Stadt mit dem schwer auszusprechenden Namen – von uns daher kurz und bündig nur La Linea genannt – ist der weniger populäre Nachbar Gibraltars. Beide Städte werden nur durch die Landesgrenze und den Flughafen von Gibraltar von einander getrennt. Hier auf der spanischen Seite befindet sich auch unser Hotel für die Dauer unseres Aufenthaltes am großen Felsen, weil die Übernachtungen dort viel günstiger sind, als in Unterkünften auf dem britischen Überseegebiet.

Unser erster Eindruck von der Stadt war eher negativ: viel Industrie, heruntergekommene Hochhäuser und im Vergleich zu unseren bisherigen Zielen wie dem modernen Malaga oder dem charmanten Casares nur wenig besuchenswert. Besonders das Gebiet an der Grenze zu Gibraltar ist voll mit Fast-Food Ketten und Wohnblöcken, die schon bessere Tage gesehen haben. Aber wie wir schnell feststellten hat uns dieser erste Eindruck getäuscht, weshalb wir der Stadt unbedingt einen eigenen Eintrag im Blog widmen wollten.

La Línea de la Conception hat viele schöne Seiten – man muss nur die Augen offen halten

Zwischen den Hochhausbauten versteckt sich nämlich ein netter historischer Stadtkern mit vielen Geschäften und Restaurants. Am Ende unscheinbarer Gassen und enger Einkaufsstraßen tauchen plötzlich weitläufige Plätze auf und die tagsüber leere Fußgängerzone blüht abends erst so richtig auf: Nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt tummelten sich die Anwohner bis spät in die Nacht in den Restaurants und Bars, während Kinder lautstark Ball spielten und Strassenhändler mit ihren Maronenöfen den gesamten Platz einräucherten. Anders als in Gibraltar, wo bereits nachmittags die Bürgersteige hochgeklappt werden lässt sich hier die spanische Lebensfreude ganz deutlich spüren.

Auf einem recht versteckten kleinen Platz mit vielen Restaurants gab es gebackenen Schafskäse zum Abendessen.

Unseren letzten Tag an der berüchtigten Straße von Gibraltar verbrachten wir daher auch noch einmal auf der spanischen Seite der Bucht. Wir genossen Churros mit dunklem Kakao zum Frühstück und besuchten Strände in der Nähe von Algeciras, wo wir beim Schwimmen die großen Tankschiffe beobachten konnten, die hier ganz nah an der Küste ankern. Abends schlenderten wir ein letztes Mal an der Marina von La Linea entlang, bevor wir uns morgen von dem großen Felsen verabschieden und dem Meer den Rücken kehren.

Traumstrand mit Industrieblick: in La Linea und dem benachbarten Algeciras prallen die Schönheit von Natur und Kultur auf die harsche Realität von Armut und dreckiger Industrie.

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