Gibraltar – 1

Gibraltar – 1

Nachdem wir gesternmorgen Casares verlassen haben, erreichten wir nach rund einer Stunde Fahrt über traumhaft schöne Straßen durch die Berge und einen kurzen Sprint auf der mautpflichtigen AP-7, was uns immerhin 95 Cent kostete, eines der Hauptziele unserer Reise: La Linea, was direkt an Gibraltar, den Flughafen und den „Big Rock“ grenzt, sich jedoch noch in Spanien befindet. Von dort aus kann man zu Fuß über die Grenze und die Landebahn des Flughafens nach Gibraltar einreisen, was nicht zu Spanien, sondern zu England gehört.

 

Natürlich haben wir das auch direkt nach unserer Ankunft und erfolgreicher Parkplatzsuche ausprobiert. Allerdings mussten wir zunächst den Querverkehr passieren lassen. Eine Boeing der British Airways. Flugzeuge haben hier nämlich Vorfahrt vor allen anderen Fahrzeugen. Als wir das Rollfeld nach erfolgreichem Start passierten, merkten wir sofort, dass wir nun in England sind: Rote Telefonzellen und Briefkästen, Doppeldeckerbusse und vor allem eine riesige dunkle Wolke, die für diesiges, englisches Wetter „straight from London“ sorgte. Herrlich. Wenige Meter zuvor, fast genau über dem Grenzübergang, war noch völlig blauer Himmel. Von weitem sieht es dabei so aus, als kämen die Wolken direkt aus dem Berg von Gibraltar.

Eigentlich wollten wir nur ein wenig durch die Stadt bummeln und uns über die Preise für die Seilbahn zum Berggipfel informieren. Die 29€ pro Person für die Auffahrt waren uns die Wetterverhältnisse da oben allerdings nicht wert und wir wagten uns selbst an den Aufstieg – zumindest bis zu einer Höhe von der aus man einen guten Blick über die Bucht und die Stadt hat. Dass das eine Schnapsidee war merkten wir erst, nachdem ein uns entgegenkommender Wanderer sehr irritiert reagierte als wir ihn fragten, wie weit es denn noch nach oben sei. Wir ließen uns jedoch nicht abschrecken und kamen immerhin bis zum Eingang des Naturreservats, wo wir vollkommen erschöpft den Wärter fragten, ob wir wenigstens ein Foto von der dahintergelegenen Bergklippe aus machen dürften und dann schnell wieder den Abstieg antraten.

Unten angekommen wollten wir uns etwas ausruhen und in einem englischen Pub gemütlich Fish & Chips essen. Dort lief gerade das Länderspiel Gibraltar vs. Estland (Spielstand 0:2) und wir wurden informiert, dass die Küche schon seit 16 Uhr geschlossen hatte. Allgemein wurden gerade überall die Bürgersteige hochgeklappt, weshalb wir uns entschlossen, nach Spanien zurückzukehren. Da ist das Essen sowieso besser als in England.

 

 

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